"Endlich kann ich meinen Traumberuf ausüben."

Frontend-Entwickler Fawad gehört nun schon seit einem halben Jahr zum arndtteunissen-Team. Mit seiner Arbeit hat der gebürtige Afghane eine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Im Interview erzählt er, wieso der Weg dorthin für ihn jedoch alles andere als einfach war.

Woher kommst du genau, Fawad?
Aufgewachsen bin ich in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan. Seit Juni 2015 lebe ich jedoch in Dormagen.

Und was hat dich dorthin geführt?
2013 gab die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe „ISAF“ ihren Austritt aus Afghanistan bekannt. Die Lage im Land hat sich von da an Tag für Tag verschlimmert. In Kabul gab es mehrere Explosionen pro Woche. Während meiner letzten 20 Tage dort ganze 12 Anschläge. Zwei davon sogar in weniger als 100 Meter Entfernung von mir. Wir verließen zwar trotzdem jeden Morgen das Haus, mussten aber immer Angst haben, vielleicht von der nächsten Bombe getroffen zu werden.

Wie verlief dann deine Reise nach Deutschland?
Es war ziemlich anstrengend und hat in etwa zwei Monate gedauert. Die meiste Zeit bin ich über Berge, Zugschienen oder durch Wälder gelaufen. Mental habe ich mich währenddessen schonmal auf schwierige Herausforderungen eingestellt, die ich in Deutschland vermutete.

Haben sich deine Vermutungen bewahrheitet?
Nein, die Freundlichkeit der Deutschen hat meine Erwartungen völlig übertroffen. Etwa einen Monat nach meiner Ankunft sind zwei sehr nette Ehrenamtler zu uns gekommen. Wir haben zusammen Tee getrunken und über die Situation gesprochen. Dann haben sie mir vom Café Grenzenlos erzählt. Eine Initiative, bei der Flüchtlinge mit weiteren Ehrenamtlern Kontakte knüpfen, sich unterhalten und dabei auch noch Deutsch lernen konnten. Ich ging regelmäßig hin und fühlte mich durch die stundenlangen Gespräche immer sicherer und hoffnungsvoller.

Wie sieht dein Leben in Deutschland heute aus?
Für mich hat sich seit meiner Ankunft hier sehr viel verändert. Im März diesen Jahres habe ich zum Beispiel mein Deutsch C1 Zertifikat erworben und mich anschließend nach interessanten Arbeitsplätzen umgesehen. Heute bin ich in einer Festanstellung und kann das Wissen, das ich mir während meines Informatikstudiums angeeignet habe, endlich in die Tat umsetzen.

War dir schon immer klar, dass du in dieser Branche arbeiten möchtest?

Ich habe auf den Rat meiner Eltern und einiger Freunde hin zunächst Vorlesungen zum Thema Management besucht. Ich merkte aber schnell, dass das nichts für mich war. Da ich mich aber schon immer sehr für Computer und Software begeistert habe, ging ich zu ein paar Programmierungs-Kursen. Und ich entschied mich direkt für ein Informatikstudium. Ich glaube auch nach wie vor, dass das genau die richtige Entscheidung war.

Was macht dir denn so Spaß am Programmieren?
Es ist für mich ein Job der Zukunft. Digitalisierung ist eine Industrie, die sich jeden Tag verändert. Und mit ihr verändert sich schließlich auch unsere Welt. Indem ich programmiere, bin ein Teil dieser Bewegung und kann so einen Beitrag dazu leisten, den Menschen anhand technischer Maßnahmen die Lebensbedingungen zu vereinfachen. Diese Tatsache stimmt mich zufrieden und gibt mir Selbstbewusstsein.

Worauf hast du bei der Suche nach einem Job besonders Wert gelegt?
Dass ich mich durch die Arbeit selbst und mögliche Fortbildungen noch weiterentwickeln kann. Neben einer stressfreien Umgebung finde ich es außerdem wichtig, dass meine Arbeit anerkannt wird. Im besten Fall sind die Projekte dann auch noch vielseitig. Ob Internetauftritt, Web oder Mobile App arbeite ich in der Agentur an den unterschiedlichsten Frontend-Technologien. Das 
macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch viele spannende, neue Erfahrungen mit sich. 

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In den letzten Jahren haben wir uns von einem lupenreinen Studio für Webdesign und Corporate Identity zu einer gestandenen Marken- und Kommunikationsagentur entwickelt. Mit einem Schwerpunkt, der sich auf Corporate Identity Prozesse, die Erstellung von Broschüren und die Programmierung komplexer Webauftritte und Apps sowie webbasierter Software-Lösungen verschoben hat.

 

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